Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz in der Antoniterkirche am 26. Januar 2012 um 18:00 Uhr

10. Januar 2012

Gedenktag anlässlich der Befreiung des KZ Ausschwitz
Gedenkveranstaltung in der Antoniterkirche
am 26. Januar 2012 um 18:00 Uhr

Rückkehr in die Fremde
jüdische Kölnerinnen und Kölner kehren nach 1945 in die Stadt zurück

“Du musst nicht denken, so ein Lager ist von einem Tag auf den anderen zu Ende. Schön wär das. Wirst befreit, gehst raus, und alles ist vorbei. So ist das leider nicht, ihr stellt euch das viel zu einfach vor, das Lager läuft dir hinterher. Von draußen sieht es aus wie normales Leben, in Wirklichkeit sitzt du noch im Lager, das in deinem Kopf weiter existiert. Du fürchtest, so fängt der Wahnsinn an.”
So spricht die Hauptfigur aus Jurek Beckers Roman “der Boxer”, in dem Becker Gespräche zu verarbeiten versucht, die er zwei Jahre lang mit einem ehemaligen KZ-Häftling geführt hat.

Zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gedenken wir aller unter der NS-Herrschaft Verfolgten und Ermordeten, ihrer Leiden, Qualen und Erniedrigungen.

2012 stehen die Kölnerinnen und Kölner im Mittelpunkt, die in der NS-Zeit wegen ihrer jüdischen Herkunft und aus rassistisch-antisemitischen Gründen verfolgt wurden.

Manche konnten der Verfolgung durch Emigration entkommen, nur wenige überlebten die Vernichtungslager, einzelne wurden durch mutige Menschen gerettet, die ihnen in Köln oder Umgebung ein Versteck oder die Flucht ins Ausland ermöglichten. Die Überlebenden sind gezeichnet von der erfahrenen sozialen Ausgrenzung und Entrechtung, von tiefster Demütigung und brutaler Misshandlung. Zwangsarbeit zermürbte ihren Körper, die Anwesenheit des Todes ihre Seele. Mit der Rückkehr aus Versteck, Lager und Emigration war für sie die Hoffnung verbunden, an das Leben vor der Verfolgung anknüpfen zu können. Doch dies gelang nur wenigen. Viele hatten ihre nächsten Angehörigen verloren. Das Zuhause war ihnen genommen und eine neue Heimat nur schwer zu finden. Sie waren entwurzelt, die Lebenswege abgeschnitten, oft völlig zerstört.

1945 stellte sich ihnen die Frage, wie und wo sie die Kraft für weiteres Leben aufbringen konnten. War für sie eine Rückkehr nach Köln denkbar?

Trotz aller Bedenken entschlossen sich einzelne Kölnerinnen und Kölner zur Rückkehr in ihre Heimatstadt, manche schon früh, manche später. Ihre Hoffnung, dass sie dort auf Menschen treffen, die bereit und fähig dazu wären, sich ehrlich und selbstkritisch mit ihrem Leben im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen, wurde in den meisten Fällen enttäuscht, aber gleichzeitig entstanden auch Begegnungen und Beziehungen, die als kostbar und unverzichtbar empfunden wurden. Leiden in Deutschland, und Vertrauen, das langsam und stockend wiedergewonnen wird, schafften eine spannungsvolle Existenz.

Indem wir dies an den Lebensläufen von Bruno Kisch, Margret Busher, Malka Schmuckler, Herbert Lewin, Moritz und Helmut Goldschmidt nachzeichnen, erinnern wir an alle, die die Mühen des Neuanfangs in unserer Stadt trotzdem auf sich genommen und damit viel zum demokratischen Wiederaufbau der Kölner Gesellschaft beigetragen haben.

Die Häftlinge von Buchenwald – zu denen auch Helmut Goldschmidt gehörte – schworen nach ihrer Befreiung: “Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel”.

Dies ist nach wie vor aktuell. Deshalb sind wir alle aufgefordert, einen Beitrag zu leisten, dass Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Stadt keinen Boden gewinnen und die Erinnerungsarbeit demokratische Früchte trägt.

Die Gedenkveranstaltung wird von einem breiten Bündnis getragen und findet dieses Mal am Vorabend des Gedenktages, dem 26. Januar statt, um den jüdischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Shabbat-Ruhe zu ermöglichen.

10. Januar 2012

Die Nikolausfeier im St.Anna-Saal

12. Dezember 2011

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In diesem Jahr fand die Nikolaus-Feier im St.Anna.Saal schon am 5. Dezember statt.

Der Saal war rammelvoll und von fast allen Familien, aus denen Kinder und Jugendliche zu uns in die Hausaufgabenhilfe kommen, war wenigstens ein Elternteil mit jüngeren und älteren Geschwistern da.

Nach der Begrüßung durch unseren ehrenamtlichen Geschäftsführer Christoph haben Chamella und Katharina das Programm für den Abend vorgestellt.

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Ausgabe 11 der KÖRNERSTRASSE 77 ist erschienen

4. Dezember 2011

Am 2.12.2011 hat unser Drucker Hans-Jürgen Weber das Heft 11 unserer Zeitschrift KÖRNERSTRASSE 77 gebracht. Es ist ein Themenheft. Seit über einem halben Jahr haben wir uns mit ”Afrikanerinnen und Afrikaner” in Köln auseinandergesetzt, wie auf Seite 2 nachgelesen werden kann, kein neues Thema für uns. Schön finden wir, dass alle aus ihren Klassen berichten konnten, dass die Hautfarbe für die Schülerinnen und Schüler keine Rolle spielt. Schlimm ist, wie sich Europa vor den Flüchtlingen abschottet und wie wenig gegen die Fluchtursachen unternommen wird.

Appell gegen Neonazis

22. November 2011

Was jetzt zu tun ist
In einer zehn Punkte umfassenden Erklärung haben Initiativen gegen Neonazis und Projekte zur Hilfe von Opfern von der Regierung eine Zäsur im Umgang mit der extremen Rechten gefordert. Wir dokumentieren und unterschreiben den Text, den die taz am 21.11.2011 veröffentlicht hat.
Zu den Erstunterzeichner gehören u.a.:
- ezra - Mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen
- Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln

 

Keine Grenzen für die Menschenrechte

18. Oktober 2011

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind 1674 Flüchtlinge vor Sizilien ertrunken. Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer verschärft sich - und Europa ignoriert, dass das Mittelmeer zum Massengrab wird. Wir wollen ein anderes Europa. Ein Europa, das wirklich für die Ideen der Humanität und Freiheit aller Menschen steht.
Erstunterzeichner: medico international | Pro AsylAmnesty International | Brot für die Welt | borderline-europe | Komitee für Grundrechte und Demokratie | Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten | MIGREUROP | BUKO - Bundeskoordination Internationalismus | Afrique Europe Interact | Netzwerk MiRA
Der Kölner Appell gegen Rassismus schließt sich an.
Wir fordern alle auf, das Manifest zu unterzeichnen.

Menschen statt Mauern

27. September 2011

Vom 5.- 26.10.2011 ist unsere Ausstellung letztmals zu sehen.
Eine Auswahl aus den Gästebüchern, die in der Zelle auslagen:
“Einsperren ist leicht, die Not bleibt”, Teil 1
und 
“Einsperren ist leicht, die Not bleibt” Teil 2

Die Rede, die Klaus Jünschke bei der Eröffnung am 6.10.2011 hielt, ist hier.